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Hinweise für Gemeinden

Wie Kontaktsperren die Trauerfeiern treffen

Friedhof

Ein Ort für Abschied und Trauer

In der Coronakrise stellen sich Fragen an die seelsorgliche Praxis, die vor einer Woche kaum denkbar waren. Wie kann ein Trauergespräch stattfinden? Wie viele können an einer Beisetzung teilnehmen? Das belastet alle Angehörigen und Seelsorgenden in bisher kaum gekannter Weise. Jetzt sind die Vorgaben mit einer Kontaktsperre nochmals verschärft worden. Hessen hat eine Regelung auch für Traueferiern getroffen. In Rheinland-Pfalz soll sie heute noch folgen.

Der Krisenstab der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird Gemeinden spätestens Montagabend über die weitere Umsetzung von Ausnahmeregelungen beim Kontaktverbot für Trauerfeiern  informieren. 
Zur Orientierung im Übergang sind nachfolgende Hinweise hilfreich. 

Seit Samstag waren bereits Trauerfeiern verstärkt von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wie den Versammlungsbeschränkungen betroffen. Dabei stellen sich Fragen an die seelsorgliche Praxis, die vor einer Woche kaum denkbar waren. Wie kann ein Trauergespräch stattfinden? Wie viele können zur Beerdigung auf den Friedhof?  Die Beschränkung der Teilnahme und das Abstandsgebot belasten  Angehörige, Seelsorgende, Bestatter und Behörden vor Ort sehr. Dennoch gibt es auch einige Hinweise, wie mit der schwierigen Situation für alle einigermaßen umsichtig umgegangen werden kann.   

Alternativen denken 

Tatsächlich sollten jetzt Trauergespräche unbedingt nur noch per Telefon geführt werden. Und als Trost in der Krise: Kleine Beisetzungen können später als Gedenkgottesdienst nachgeholt werden. Dabei ist jetzt schon abszusehen: Der Ewigkeitssonntag des Jahres 2020 wird eine besondere Bedeutung bekommen. Es sind Zeiten, die an alle höchste Herausforderungen stellen. Für Pfarrererinnen und Pfarrer ist das nicht nur eine psychische Frage.  Auch für sie gilt gleichzeitig wie überall: Die allgemeinden Regeln zur Gesundheit in der Seelsorge unbedingt beachten. Es kann alle entlasten, von Aussegnungen im wahrsten Wortsinne Abstand zu nehmen.

Der Krisenstab der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird bis Montagabend nochmals neue Hinweise geben und sich nach Klärung der am Montagnachmittag noch offenen Fragen offiziell an die Gemeinden wenden.
Diese Hinweise können vorläufig als Orientierung dienen.

Vorläufige Empfehlungen des Krisenstabs der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau 

Vorläufige Empfehlung zu Trauerfeiern
+ Stand 22. März, 15 Uhr + 

Auch die Trauerfeiern sind von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus nochmals massiv betroffen. Die behördlichen Anweisungen erlauben das Abschiednehmen nur im ganz kleinen Kreis (s.u.). Dies stellt eine außerordentlich belastende Situation für alle Angehörigen und Seelsorgenden dar. Es tröstet darauf hinzuweisen, dass im Gebet um Gottes Beistand und Trost auch diejenigen eingeschlossen sind, die nicht teilnehmen können.

Hessen 

Die aktuelle Verordnung vom 22. März regelt in Hessen Ausnahmen bei Beerdigungen wie folgt: „Aufenthalte im öffentlichen Raum sind nur alleine, mit einer weiteren nicht im eigenen Haushalt lebenden Person oder im Kreise der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. (…) Die zuständigen Behörden können Ausnahmen für Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen zulassen. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institus zur Hygiene sind bei jeglichen Zusammentreffen zu beachten.“

Das heißt konkret: Der Bestatter oder die Bestatterin und – wenn nicht anders möglich – die Kirchengemeinde sollte sich mit der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister vor Ort bzw. mit der Stadtverwaltung und / oder Friedhofsverwaltung abstimmen, ob und in welcher Höhe die Personenzahl überschritten werden darf.

(Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte und zur Anpassung von Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus vom 22. März 2020)

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist die Frage einer Ausnahmeregelung für Trauerfeiern vom neuen Kontaktverbot noch nicht geregelt und wird heute Nachmittag geklärt.

Verordnung für Rheinland-Pfalz vom 22. März

Weitere Hinweise

Anstelle von persönlichen Besuchen anlässlich eines Trauerfalls oder der Vorbereitung einer Trauerfeier empfehlen wir, mit den Angehörigen telefonisch in Kontakt zu treten oder – falls dies machbar ist – über eine Videoschaltung.

Die Trauerfeiern sollen nach wie vor im engsten Familienkreis stattfinden und im Freien am Grab oder auf dem Friedhof. Der Ablauf kann sich an der Trauerfeier, wie sie bisher gehalten wurde, orientieren.

 


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