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Kirchensteuer

Was macht die Kirche mit den Kirchensteuern ?

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau bezeugt die Liebe Gottes zu den Menschen und dient damit dem Zusammenleben der ganzen Gesellschaft.
Die Kirche ist immer in Ihrer Nähe – mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, mit Angeboten und mit Gebäuden, die als Orte des Glaubens allen Menschen offen stehen.
In dieser Kirche arbeiten mehr als 20.000 Menschen für Menschen; mehr als 70 Prozent der Einnahmen werden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgewendet. 
Die 1.178 Kirchengemeinden feiern jeden Sonntag Gottesdienst. Wer seelsorgerliche Hilfe braucht oder Fragen nach dem Sinn des Lebens hat, kann sich an Pfarrerinnen und Pfarrer wenden. Sie begleiten die Mitglieder der Evangelischen Kirche und ihre Angehörigen in wichtigen Zeiten des Lebens, wie etwa der Taufe, der Konfirmation, der Trauung und der Bestattung. 
Daneben gibt es vielfältige Bildungsangebote und eine große Zahl von sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Altersheime. 
Die Kirche engagiert sich in der Ökumene vor Ort und weltweit.
Die EKHN hat 4.185 Gebäude, die Raum für viele unterschiedliche Veranstaltungen bieten. Darunter sind 1.279 Kirchen, von denen zwei Drittel unter Denkmalschutz stehen. 
Sie alle müssen auch erhalten werden. 
Insofern ist die Evangelische Kirche „Stein-reich".

Was leisten Kirche und Diakonie für die Gesellschaft?

Die Kirche ist eine unabhängige und überparteiliche Ansprechpartnerin für alle gesellschaftlichen Gruppen. 
Sie trägt dazu bei, dass verschiedene Gruppen konstruktiv miteinander ins Gespräch kommen. Bei Fragen der ethischen Orientierung bringt sie ihre christlichen Werte ein. 
Die Kirche trägt zur Erhaltung des kulturellen Erbes bei, denn sie fördert die Musik, die bildende Kunst sowie die Architektur. Sie engagiert sich mit eigenen Mitteln, aber auch mit Spenden und Kollekten gegen die Not in der Welt. Dabei steht sie ein für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. 
Sie trägt und unterhält zahlreiche soziale Einrichtungen in ihrem Kirchengebiet.
Soziales Engagement der EKHN in Zahlen:
* 620 Kindertagestätten
* 59 Diakoniestationen
* 15 Evang. Krankenhäuser
* 41 Einrichtungen derAltenhilfe
* 43 Einrichtungen der Behindertenhilfe
* Flächendeckende Notfall- und Telefonseelsorge

Hat die Kirchensteuer Zukunft?

Die Kirchensteuer, wie sie in Deutschland existiert, gibt es in anderen Ländern nicht. 
Allerdings finden sich in den Finanzierungssystemen der Kirchen in Skandinavien, der Schweiz und in Österreich durchaus einige Parallelen. In vielen anderen Ländern sind die Kirchen ausschließlich auf Einnahmen aus Spenden und Kollekten angewiesen. 
Es gibt aber auch Länder (zum Beispiel Italien), in denen die Kirchen im Rahmen einer allgemeinen Kultur- oder Sozialsteuer finanziert werden. Die reine Spenden- und Kollektenfinanzierung führt zu starken Schwankungen bei den Einnahmen und macht eine verlässliche Planung schwierig. 
Zudem bewirkt sie ein starkes Gefälle zwischen finanzstarken und finanzschwachen Gemeinden. 
Eine staatliche Finanzierung würde die Kirche abhängig machen und damit ihre besondere Bedeutung als eine nichtstaatliche und eigenständige Kraft in der Gesellschaft empfindlich schwächen. 
Das in Deutschland bestehende System vermeidet beide Nachteile.
Die Kirchensteuer
- bindet die Kirchen fest in die Gesellschaft ein,
- macht die Kirchen unabhängig vom Staat und vom Zugriff Einzelner,
- schafft Grundlage dafür, dass Kirchen verlässliche Partner sein können,
- ist ökonomisch sinnvoll und sozial ausgewogen.
Die Kirchensteuer ermöglicht eine vielfältige geistliche und
soziale Arbeit.

 

Wer zahlt Kirchensteuer?

Viele Mitglieder gehören der Kirche ein Leben lang an. 
Keine Kirchensteuer zahlen in der Regel Schülerinnen und Schüler, Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Personen mit geringem oder gar keinem zu versteuernden Einkommen. 
Die Kirchensteuer wird im Wesentlichen aufgebracht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit eigenem Einkommen und von Selbstständigen. 
Die Höhe der Kirchensteuer richtet sich nach dem Einkommen und den dafür zu zahlenden Steuern.
Die Kirchensteuer beträgt zurzeit neun Prozent der festgesetzten Einkommenssteuer. Die tatsächliche finanzielle Belastung reduziert sich jedoch bei vielen Kirchensteuerpflichtigen um 20–48 Prozent, weil die Kirchensteuer als Sonderausgabe bei der Einkommensteuererklärung abgesetzt werden kann. 
Ein Teil des aufgewendeten Betrages wird direkt vom Finanzamt erstattet. Um ein zu starkes Anwachsen der Kirchensteuerprogression zu vermeiden, besteht zudem die Möglichkeit, auf Antrag die Kirchensteuer auf zurzeit 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkomments zu begrenzen. Dieser sogenannte Kappungsantrag führt erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 512.000 Euro (Grundtabelle) bzw. 256.000 Euro (Splittingtabelle) zu einer Reduktion.

Wer kontrolliert die finanziellen Angelegenheiten der Kirche?

Die Finanzen werden offen und demokratisch verwaltet und geprüft. Alle Haushaltspläne liegen zur Einsichtnahme öffentlich aus. Zudem gibt es ein unabhängiges kirchliches Rechnungsprüfungsamt , das die Finanzen aller Einrichtungen kontrolliert und zur Förderung des wirtschaftlichen Denkens und Handelns beiträgt. 
Außerdem steht die Kirche als wichtige gesellschaftliche Einrichtung auch unter der Kontrolle der Öffentlichkeit.

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